Nachricht von dir

Hey, ich glaube wir sollten uns mal unterhalten. Sag mir wann du Zeit hast.

Jap, das bekam ich von meiner ehemaligen besten Freundin, nach 3 Monaten. Es mag ihr vielleicht nicht passen, dass ich das hier erwähne, aber ich nenne weder Namen noch stelle jemanden bloß. Also soviel dazu.

Als ich auf meinen iPod diese Nachricht sah, war für mich ein komischer Moment. Es fühle sich ein bisschen wie Hoffnung an. Wie damals, als mein Ex mir nochmal schrieb. Doch in den nächsten paar Sekunden war mir klar, ich hör es mir an, aber ich will sie nicht mehr in meinem Leben. Genauso war ich sauer, warum konnte sie es nicht auf sich beruhen lassen?! Menschen ändern sich, das ist so. Doch, wie sag ich immer so schön? Aufgewärmt schmeckt nur Gulasch.

Hier kam eine der wichtigsten Übungen, aus meinem ersten Coaching, wieder zum Einsatz. Was würde ich mir raten, wenn ich meine eigene beste Freundin wär? (Was ich immer sein werde)

Also heißt der Satz richtig: Was sage ich mir als meine beste Freundin?

Als meine beste Freundin sah ich mich an und sagte mir: „Willst du wieder so sein wie vor drei Monaten? Geht es dir jetzt so schlecht? Ist das besser als alleine sein? Ist sie dir das noch wert? Hattest du nicht vor einer Woche gesagt, es fühlt sich jetzt schon surreal an?“. Innerlich bombardierte sie mich mit Fragen, meine beste Freundin hielt mir die blanke Wahrheit hin. Und ich saß da und stimmte ihr einfach zu. Doch was sagte sie noch?

Sie gab mir zu verstehen, dass ich zu meinem Wort stehe und ihr die Möglichkeit gebe mit mir zu reden. Ich bin kein Unmensch und mache das nicht um sie wieder in mein Leben zu lassen.
Da ich eben nicht wusste worum es ging, entschloss ich ihr den Raum zum Reden zu geben. Was sie auch zu sagen hatte, sie dürfe es tun. Ich habe nicht das Recht ihr das Wort zu nehmen und das würde ich auch nicht tun. Ich selbst will auch angehört werden. So und somit kam auf mich ein Treffen zu, dass ich nicht voraussehen konnte. Weder was sie sagt, noch wie ich reagieren werde. Das macht einem irgendwo Angst, aber aus der Woche mit den Challenges habe ich gelernt, dass alles irgendwann zum ersten Mal passiert und danach ist es nicht mehr schlimm oder so angsteinflößend. 

Mal ne andere Frage: Warum hab ich nen Puls von 180 bekommen und fühlte mich unwohl als ich die Nachricht sah?

Nach meinem Coaching war es mir klar, ich gab ihr immer noch die Kontrolle. Egal, was sie gemacht hätte, ich hätte ein ungutes Gefühl gehabt. Was sie zwei Jahre lang getan hat, sollte so nicht weiterhin sein. (Über unbewusst oder bewusst, diskutier ich nicht)
Meine Entscheidung, sie nicht mehr in mein Leben zu lassen stand fest, von dem Moment an, als ich entschied, sie zu verabschieden. Also lebe mit den Konsequenzen. ALLEN, nicht nur den angenehmen.

Puh, ein harter Schritt! Aber ich will selbstbestimmt sein und nicht von wem anderen. Somit war mein Gedanke, als mein Coach davon sprach: Wenn sie sagen würde, dass sie nicht aussagt oder sich was antut, soll sie machen. Ich bin weder dafür verantwortlich noch werde ich ein schlechtes Gewissen haben.

Das war weder ein Aufruf zum Selbstmord noch ein „Ist-mir-schnurz-ob-jemand-stirbt“. Jeder ist für sein Leben verantwortlich und ich hab nur meins, als soll sie mit ihrem machen was sie will. Ich werde meins Leben. Denn ein zweites wartet nicht im Schrank und ein andere lebt es auch nicht für mich.

Somit war meine Unsicherheit weg. Meine Bedenken, dass sie nicht aussagt und alles andere. Ich sagt, ja schon, ich bin die Letzte die „Verpiss dich“ sagt, wenn jemand etwas nicht versteht. Somit wollte ich zum Treffen. Mit dem Selbstbewusstsein, dass ich nur für mich selbst verantwortlich sein und leben muss.

Es kam anders als man dann denkt. Eine Absage. Kein Treffen Kein Gespräch. Aber eine Erkenntnis. Ich werde nicht mehr Zeit und Energie darauf verwenden zu warten. Und schon gar nicht auf Menschen, die versuchen mein Leben zu kontrollieren. Es mag hart sein und für manchen auch so erscheinen. Aber ich habe mein Leben und sie ihres. Ich möchte mein Wochenende mit Ruhe und Freude verbringen und nicht damit. Das geht bei mir einfach vor.

Dacht ich zumindest, bis wir doch zusammenkamen und ein Gespräch führten, das für beide Seiten, ein Schritt in die richtige Richtung war. Da ich entschied, dieses Gespräch nun für mich zu führen war es nur halb so schlimm. Klar, ich war aufgeregt und es war eine komische Situation aber ich blieb mir treu. Bekam ihre Seite zu sehen und erklärte ihr meine. Und auch wenn sie meinte ich solle es lasse über die beiden zu schreiben, werde ich das nicht tun. Jeder kann sich angesprochen fühlen und wir alle waren schon in dieser Situation, egal auf welcher Seite. Die Frage ist wie du die Sachen wahrnimmst. Also? Was nimmst du wahr? Das Gute oder das Schlechte?

Für mich gab es Zeiten, die waren mies und ich hatte Zeiten, die waren großartig. Da wir aber alle Menschen sind, neigen wir dazu die schlechten hervorzuheben. Deswegen werde ich keinen von den Menschen, die mein Leben verlassen haben, ob freiwillig oder nicht sei dahingestellt, hassen.  Hass ist eine Emotion die ich unnötig finde, doch manchmal kommt sie auf. Das ist okay, aber ich hasse keinen von diesen Menschen, auch wenn sie mir wehgetan haben. Das solltest du übrigens auch nicht. Macht einen kaputt.

Das Wichtigste jedoch ist, dass wir beide der gleichen Ansicht waren, dass diese Freundschaft nicht gut verlaufen würde, wenn wir sie wieder aufnehmen. Deswegen muss ich mir nicht weiterhin über irgendwas den Kopf zerbrechen.

Als ich ging lag mir ein Lächeln auf den Lippen. Ein Lächeln der Befriedigung. Der Grund dafür ist, dass ich für mich dahingegangen bin, dass ich für mich erklärt habe und für mich ehrlich war. Jaja, du sagst jetzt, was für ein Ego. Aber ganz ehrlich, wärst du für den anderen hingegangen? Nope. Also, Ruhe im Karton.

Das Lustige an der Sache ist, anscheinend hatte mein Unterbewusstsein eine Vermutung worum es geht, denn den ersten Absatz habe ich schon Sonntag geschrieben, bevor ich überhaupt wusste worum es geht.

Was nehme ich aus dieser Situation mit? Die Vergangenheit kann dich immer einholen. Doch egal in welcher Form, du bist der Entscheider. Gibst du dieser Person und der Situation die Macht über deine Fortschritte der vergangen Tage? Oder bist du mutig und entscheidest dich für dich selbst? Denn das wissen wir alle, Menschen sind Ego-Tier. Das kann man zwar zurückschrauben aber nicht abschalten. Geh mal mit dem Ego Gassi, frische Luft tut gut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.