Danke, Danke

Da Krieg, dort Armut und drüben Hunger. Irgendwo gibt es immer ein Problem und die angeditschte Banane, im Supermarkt, ist auf jeden Fall keins. Also nimm die Bananen mit dem braunen Fleck.

Jeder nörgelt und da gibt es wieder etwas, das nicht passt. Aber was ist mit dem Pulli den du tragen kannst, weil du Geld auf dem Konto hast, weil du arbeiten kannst und dein Körper gesund ist?! Ein Luxusgut? Eine Notwendigkeit? Oder doch eher nur ein Kleidungsstück?

Bin ich denn ein so selbstkritischer Mensch, dass ich mir nicht mal ein Pulli kaufen kann ohne mir Vorwürfe zu machen?
Nein! Ich mag öfter mal selbstkritisch sein und wirken als sei ich nicht zufrieden. Aber ich bin dankbar. Unglaublich dankbar. Auch für meine Selbstkritik.

Öfter habe ich Tage an denen ich dasitze und darüber nachdenke, was alles nicht funktioniert und was ich gerne noch machen werde. Dann kommt es, ganz langsam. Das Selbstmitleid. Doch dieses Selbstmitleid akzeptiere ich nicht mehr so einfach wie früher. Denn ich habe mir etwas bewusst gemacht.

Dankbarkeit ist die Lösung, wenn ich mal schwarz sehe.

Denn ich lebe in Deutschland, hier habe ich so viel mehr als Menschen in Afrika und ich bin undankbar, weil grad etwas nicht da ist? Schande über mich. Schande über meine Familie. Schande über meine Kuh. (Äh, nee, falscher Film)

Nein, ich bin in letzter Zeit wirklich bewusster dankbar gewesen, denn es ist wichtig. Es hat mir gezeigt, dass es einfacher ist, wenn man nicht immer irgendwas haben will, weil man es eben nicht hat. Ich rede hier von materiellen Dingen.

Deswegen nutze ich diesen Post erstmal um Danke zu sagen. Danke, dass du das liest. Das bedeutet mir wirklich viel.

Genauso will ich ein bisschen erkläre wofür ich noch dankbar bin.
Also wo fangen wir an?

Bei meinen Eltern am besten. Also erstmal haben die beiden mich in die Welt gesetzt und mir somit das Leben hier auf der Erde gegeben. Dafür alleine sollte ich schon jeden Tag dankbar sein. Okay, bevor es zu kitschig wird. Danke, dafür, dass ich immer so viel hatte, egal ob es jetzt Essen, Spielzeug oder Freiheit war. Sie haben mir eine Schulbildung ermöglicht, die ich mir selbst aussuchen durfte. Genauso haben sie mich ziemlich gut erzogen. (Finde ich zumindest) Und egal was ich tat, sie haben mich immer geliebt und tuen es immer noch. Danke, für all diese Möglichkeiten.

Für meine Wohnung war ich in letzter Zeit ganz oft dankbar. Denn für mich war es unglaublich wichtig, alleine zu wohnen, meine eigenen Regeln zu haben und hier tun zu können was ich will. Es ist nicht selbstverständlich in einer Stadt, wie Berlin, eine einigermaßen bezahlbare Wohnung zu haben. Eine Arbeit zu haben, die mir Spaß macht, nicht mehr von 450 € zu leben und mir keine Gedanken über Geld machen zu müssen, ist auch nicht selbstverständlich. Früher habe ich alles hingenommen und akzeptiert, dass man mich schlecht behandelte auf Arbeit und meine Leistung nicht wertschätzte. Heute weiß ich, meine Arbeit ist etwas wert und ich bin dankbar für die Erfahrung, bei meinem ersten Job im Bowlingcenter. Sonst hätte ich nie gelernt, meiner Arbeit einen Wert beizumessen.

Doch wo wäre ich ohne meine Ausbildung? Ob Schule oder Praktika, ich habe gelernt. In meiner Schule habe ich bemerkt, dass mir Französisch keinen Spaß macht und ich gut in Informatik und Deutsch bin. 11 Wochen ein Praktikum in der Gastronomie zeigten mir, dass ich nicht gemacht bin für diesen Job, nachdem ich nicht nur psychisch sondern auch körperlich krank wurde. All diese Zeichen und Lehren, in meiner Zeit als Schülerin, gaben mir den Schubs in die richtige Richtung und waren einfach nötig. So schrecklich sie damals für mich waren.
Außerdem habe ich Kochen in der Schule gelernt, das ist ein Riesen Vorteil, behaupte ich mal.

So bin ich irgendwann hier gelandet, hier auf meinem Blog.
Ja, ich bin dankbar, diesen Blog schreiben zu können, da mir das hilft und ich meine Gedanken eben gerne mit dir teile. Hätte ich das alles nicht durchgemacht und erlebt, wär ich vielleicht gar nicht hier gelandet.

Heute habe ich genug Zeit, genug Muse und Inspiration. Früher hörte es irgendwann auf und ich war nicht erfüllt. Heute ist es für mich ein ziemlich tolles Gefühl zu schreiben. Auch wenn es mir mal kurz an einer Idee fehlt aber ich will es fertig bekommen. Nicht weil ich es wem schuldig bin, sondern weil ich für dieses Gefühl der Fülle schreiben kann. 

Und eigentlich kann man hierüber noch Seitenlang schreiben. Dankbarkeit für die Familie, Freunde, Fähigkeit Lesen und Schreiben zu können, das fließend Wasser, Handy und Essen. Da ich hier aber niemandem quasi in den Kopf pflanzen will wofür man dankbar sein soll erzähl ich dir von meiner Fastenzeit. Und du überlegst dann wofür du dankbar bist.

30 Tage keine Süßigkeiten, keine Gummibärchen, Schokolade, Kekse, Franzbrötchen oder einen Kuchen, eben alles was süß ist. Ich durfte weiterhin Marmelade und Obst essen und Kakao trinken.

Die ersten Wochen war es ziemlich schrecklich für mich. Mir fehlte etwas, das Süße im Leben. Gegen Ende der Fastenzeit, nachdem ich öfter auf die Probe gestellt wurde, fiel es  mir einfacher. Der Grund dafür war, dass ich merkte, wie dankbar ich für das sein sollte, was ich habe und nicht immer das Fehlende herbeisehnen. Denn diese Sehnsucht machte es mir nur schwerer, sie ließ mich vergessen, dass ich alles habe im Leben, auch das Süße.

Tage die mich lehrten einfach öfter mal in meine Umgebung zu blicken und Danke für all das zu sagen. Denn das gibt einem ein schöneres Gefühl als eine kurzweilige Süßigkeit. Falls du jetzt denkst, ich esse nie wieder Süßes oder werde Veganer: NEIN!
Ich werde weiterhin Süßes essen, denn es gibt manchmal Tage, da brauche auch ich ein Stück Schokolade.

Somit entlasse ich dich mit den Worten:

Danke, dass du auf der Welt bist! Es ist schön, dass es dich gibt! 

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