To-Don’t-Liste

Jeder kennt das, du solltest deine Hausaufgabe machen, deine Tasks auf Arbeit erledigen oder deinen Blogbeitrag schreiben. Dann kommt das große „Aber“. Denn anstatt Logarithmen zu lösen, das Papier rauszubringen oder deinen Laptop aufzumachen, werden noch 3 Tonnen Wäsche gewaschen und die Hausspinne braucht eine neue Frisur.

Wenn ich aus meinem hart angeeigneten Rhythmus geworfen werde, fällt es mir schwer diesen wieder aufzunehmen. Logisch.
Manch einer mag jetzt sagen: „Dann ist dein Warum zu schwach.“. Aber ich bin einer von den Menschen der einfach mal den Plan verlegt. Ja, ich verlier mich manchmal, weil ich gern alles sehen will und lernen und dann passiert mir das mal. Ist blöde, das weiß ich selbst, aber ich hab noch nicht genau herausgefunden wie ich dagegenwirke. Das Leben ist aber auch schwierig. Manno, hätte mir das mal jemand als Huhn gesagt.

Okay, Spaß beiseite. Ein ernstzunehmendes Thema. Die sogenannte Prokrastination.

Die tritt ein bei selbständig arbeitenden Menschen oder Schülern und Studenten. Zumindest laut Wikipedia. Doch ich denke, dass das auch bei nicht selbständig arbeitenden Personen der Fall sein kann. Ich erinnere mich da gern an meinen ehemaligen Chef, der hat, Sage und Schreibe, 3 Wochen gebraucht um mir 12 Zahlen auf einen Zettel zu schreiben, nachdem ich fünfmal nachgefragt habe.

So, aber wie komme ich jetzt wieder darauf? Ganz einfach, ich hab genau das getan. Jap, ich hab meinen Hintern einfach nicht vor den Laptop bekommen, um zu Schreiben. Stattdessen habe ich Netflix-Serien geguckt und gegessen. Sehr kreativ.
Zwar habe ich es als Me-Time deklariert, aber es war eigentlich nur Aufschieberitis. So traurig es klingt.

Für ein tolles Beispiel nehme ich mal mein Studium. Da es ein Fernstudium ist muss ich nicht in die Uni und kann auch um 3 Uhr morgens lernen. (Was ich noch nie getan habe)

Aber ich hatte letztes Jahr im Sommer nicht einen Finger an den Kram gesetzt und jeder der fragte „Wie läuft das Studium?“, bekam zu hören, dass es gut läuft. Sei mal ehrlich, du wolltest dir doch nur selbst sagen, dass es gut ist. Dabei hast du öfter mal das schlechte Gewissen gehabt, wenn du anstatt zu lernen, lieber mit deinen Mädels, irgendwo die Gegend unsicher gemacht hast. Aber das hab ich mir selbst zuzuschreiben und habe es dann endlich vor Weihnachten wieder in den Griff bekommen. Nachdem ich mich hingesetzt habe und wirklich aufrichtig dabei war. Das hört sich mehr nach einem Versprechen an aber ich hab es mir auch quasi selbst versprochen.

Nachdem ich mir dann zuhause ein 30-Tage-Challenge gesetzt hatte und dich nicht durchgehalten habe versuche ich es jetzt trotzdem weiter. Denn auch wenn ich die eine Aufgabe jetzt ziemlich gut abgeschlossen habe, werde ich das nächste Fach jetzt nicht schleifen lassen. Außerdem habe ich einen gewissen Flow wieder zurück.

Mein Studium ist aber nicht das einzige das grade ein bisschen schleift. Nein, auch für den Blog habe ich mich auf den letzten Drücker hingesetzt. Weil ich den Post unbedingt online stellen will, für mich. Ich muss langsam verstehen, dass selbständig arbeiten einfach selbst und ständig ist. Für mich in manchen Dingen immer noch schwer, wobei ich ja noch nie jemand war der auf andere großartig angewiesen war. Da fällt mir das doch noch etwas schwer. So und da es nicht nur der Blog ist der liegen bleibt, nein, es ist auch sowas wie meine Wäsche, das Aufräumen und am Schlimmsten, das Lesen. Ich lese wirklich unglaublich gerne, aber manchmal denk ich mir, bloß nicht anstrengen. Da schaltet sich dann ein alter Glaubenssatz ein, einer der mir irgendwann das Genick bricht, wie einmal in der Schule.

„Ich krieg das auch ohne großen Aufwand hin, bestanden ist bestanden!“

Der hat mir schon in der Schulzeit, wie schon erwähnt, einmal den Boden der Realität gezeigt, als ich prompt eine 5 kassierte. Für mich, als ehrgeiziger Menschen, der öfter den Fokus verlor, weil unwichtiges unglaublich präsent wurde, ein Weltuntergang. Weil ich einfach wusste, das hab nur ich verbockt und niemand anders. Das war das Schlimme daran, nicht das Versagen, sondern, dass Wissen, dass es meine Schuld war.

Natürlich kann man diesen Glaubenssatz auch positiv auslegen, denn ich hatte auch meine Phasen wo ich es mit dem Lernen übertrieben habe, nichts mehr für mich getan haben sondern nur mehr gute Noten im Kopf hatte. Das ist auf den ersten Blick nicht schlimm, aber wenn man das alles für andere tut und nicht für einen selbst, dann ist das vielleicht nicht wirklich intelligent.

Diese Waage zu halten fiel mir in der Schulzeit sehr schwer, ich war unglaublich deprimiert, wenn die Note schlechter als eine 3 war und übertrieben fahrlässig als ich eine 1 schrieb. Heute hat sich das schon etwas eingependelt, da ich mich auf meinen Erfolgen nicht zu lange ausruhe und „Niederlagen“ reflektiere. Aber aus meiner Prokrastination komm ich immer sehr schwerfällig, so wie früher. Es ist besser, aber immer noch schwer. Denn mittlerweile wohne ich alleine und da gibt es auf einmal keine Fristen oder fixen Schularbeitentermine, auch nicht im Studium. Über die Jahre lernte ich natürlich, Ziele aufzuschreiben und auch umzusetzen. Jedoch hinke ich manchmal damit hinterher.

Um hier mal zu Potte zu kommen und nicht wieder mir selbst mega eine auf den Deckel zu geben. Wirklich jeder Mensch trödelt rum und verbummelt seine Zeit mit Dingen, die nur halb so wichtig sind. Doch wir alle machen uns immer viel zu große Sorgen darum, dass diese Prokrastination überhand nimmt, anstatt zu kapieren, dass genau diese Sorgen ebenfalls eine Form davon sind. Anstatt nämlich fertig zu werden und was dagegen zu tun, denken wir darüber nach, warum wir da jetzt aufschieben. Und das ist das Selbe, nur in Grün.

Deswegen habe ich mich heute hingesetzt und einfach angefangen, nachdem ich aufgeräumt, den Geschirrspüler eingeräumt und YouTube-Videos geguckt habe. Eigentlich wollte ich lernen und ich nehme auch an, dass ich das heute noch tun werde. Aber ich habe mir meine Prioritäten gesetzt. Die Energie zum Nachdenken, über die Prokrastination, genutzt und es einfach aufgeschrieben. Außerdem hatte ich eine Idee.

Wir schreiben uns immer To-Do-Listen, da kommt alles drauf was wir noch so machen müssen. Viele setzen sich da auch für den Tag ein Limit von drei oder fünft To-Do’s. Aber nicht jeder hat die mentale Willenskraft sich zuerst an diese drei Dinge, oder seien es fünf, zu machen. Warum schreibt man denn mal nicht auf, was man NICHT tun sollte und wenn man es getan hat, weil man  das Wichtige aufgeschoben hat, streicht man es weg und darf es nicht mehr tun an dem Tag oder in der Woche? Klar, das hat auch mit mentaler Willenskraft zu tun, aber vielleicht tut man sich dann so leichter damit aufzuhören oder mit den anderen Dingen endlich anzufangen.

War eine Idee von mir und ich werd die mal ausprobieren, bin gespannt ob ich so meine Aufschieberitis genesen kann.

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