Wertevoll

Was bedeutet es ehrlich zu sein, für mich? Und für die anderen?

Mein höchster Wert ist Ehrlichkeit. Und auch wenn ich sie nicht immer zu 100% erfülle, werde ich sie weiter vertreten, denn ich habe es verstanden.

Für seine Werte einzustehen ist das Wichtigste und Größte, was man tun kann.

Das bedeutet nicht, dass du sie immer vollkommen erreichst. Mehr, dass du es versuchst sie zu vervollständigen. Das habe ich in meinem Studium gelernt. Niemand kann dir etwas vorwerfen, wenn du dir, bei der Suche nach der Wahrheit, die größte Mühe gemacht hast und mit bestem Gewissen darüber berichtest, was du herausgefunden hast. Ob das, was mir andere erzählen, auch stimmt, kann ich nie wissen, aber darauf vertrauen. Denn ich habe es versucht. Das ist das was zählt.

Warum ist Ehrlichkeit mein höchster Wert?

Weil ich schon zu oft mit Lügen, etwas kaputt gemacht habe. Zu oft habe ich mich selbst belogen, weil ich damit mich schützen wollte. Mich vor Schmerzen bewahren wollte. Ziemlich egoistisch, aber wir sind alle Ego-Tiere, da ist das normal, sich selbst beschützen zu wollen. Doch ich komme zu dem Schluss, dass ich mehr aus dem Schmerz der Wahrheit lerne, als aus den Lügen, die ich mir selbst auftische.

Ich denke das hier ist ein gutes Beispiel:
Immer wenn Interesse, an einem Menschen aufkommt, Interesse im Sinne von „Ich-könnte-mich-verlieben“, versuche ich mich anzupassen. Gebe mich schwer zu haben. Tue so, als sei ich selbstbewusst. Nehme Worte in den Mund, die ich sonst nie verwende. Erzähle, dass ich kein Interesse habe.

Ich bin sehr leicht zu begeistern. Und ich bin zwar selbstbewusst, aber manchmal nicht so, wie ich es gerne hätte. (Für mich ab und zu ein Zeichen der Schwäche.) Genauso möchte ich eigentlich liebe Worte sagen. Möchte klarmachen, dass ich denjenigen gern habe. Und dass ich Interesse habe, würde ich auch nur zu gerne bekunden.

Jetzt stellt sich die Frage, warum ich das nicht tue. Ganz einfach, weil mein Ego sich einschaltet und sagt: „Eyo, zu oft haben dir Männer wehgetan und du fällst immer auf die gleichen Idioten rein. Genau die, die nicht wissen was sie wollen. Aber da die meist einen guten Eindruck machen und boah, sehen die immer gut aus, genau deswegen muss ich den Fakt, dass sie meistens eine ziemliche niedrige Grenze an Ausdauer haben, ignorieren und mich bisschen verstellen. Weil genau das finden die toll.“. *hüstel*Bullshit*hüstel*

Zumindest anfangs finden die das ultratoll, weil schwer zu haben. Weil neugierig, kennt man ja überhaupt nicht. Und die Masche so unbekannt ist. (Achtung, Sarkasmus, für die Ironiefreunde)

Ernsthaft Mädel? Ich verkaufe mich genau so unter meinem Wert. Soll der Spast doch machen. Soll ein anderes Mädchen damit vorlieb nehmen. Was ist dir wichtiger? Die offene und ehrliche Kommunikation oder dieses komische „ich-halt-dich-da-weil-da-passiert-mir-nix“-Verhalten?

Nach einem weiteren Mal, dieses ganzen Ablaufs steht es fest. Ich geb die Liebe nicht auf, schon gar nicht, wegen ein paar Idioten. Klar, ich muss weiterhin lernen, mit diesem Verhalten besser umzugehen und es endgültig abzulegen. Denn eins steht fest, solang ich mich selbst belüge, wird das ganze hier nichts.

So die andere Seite als Beispiel:
Ich spiele mit dem anderen nicht. Gebe offen zu, kein Interesse zu haben, bleibe ich selbst. Und es kommt positive Energie zurück. Okay, jetzt kann es auch sein, dass hier einfach ein Muster läuft, laut nem Klugscheißer (z.B. mir). Aber ich habe festgestellt, dass sich diese Situation weitaus besser anfühlt, über längere Zeit, als dieses andere Beispiel. Auch wenn ich dem anderen einen Korb gebe, weiß ich, dass ich so die Wahrheit gesagt habe und ehrlich zu dem anderen und, ganz wichtig, zu mir selbst war.

Bei beiden Beispielen gibt es Dinge, die man ändern könnte. Doch aus angelernten Mustern fällt man nicht so leicht raus. Man hängt fest bis man die Ketten ablegt und endlich anfängt zu arbeiten. Egal, welches Muster, du in dir trägst, wovor du auch Angst hast. Es wird nicht besser, wenn du weiter zwischen zwei Extremen hin und her hangelst.

Nachdem ich fast meine Freundschaft zerstört hätte, weil ich unehrlich war, ist mir eins ziemlich bewusst. Wahre und ehrliche Freunde, die sagen dir, dass du ihnen auf den Sack gehst. Und es tut dir nicht weh, weil du weißt, sie bleibe, weil du bleibst, aus Ehrlichkeit. Die Konsequenz ist akzeptiert.

Das Thema Ehrlichkeit beschäftigt mich schon eine Weile, weil ich merk, dass ich so einfacher lebe und einfach leben möchte. Es tut zwar weh, weil man selbst, die Antwort am wenigsten hören möchte, aber es ist wie ein Pflaster. Mach die Scheiße einfach ab. Tut kurz weh und gut ist. Deine Seele heilt von alleine. Versprochen. (Außerdem weißt du das selbst)

Was passiert eigentlich mit den anderen, die ich noch anlüge?

Naja, sie bekommen ein falsches Bild von mir. Sie denken ich verstelle mich, wenn ich dann ehrlich bin. Es kommt die Vermutung, dass man aus Eigennutzen log, was ja auch so war. Und dann sind die meisten sauer.

Da fabrizieren wir oftmals ziemlichen Bockmist und dann ärgern wir uns darüber, weil wir doch genau wissen, dass es anders besser gewesen wär.

Deswegen ein ziemlich wagemutiger Schritt von mir. Auch wenn es jetzt etwas spät ist um ehrlich zu sein. Das kann unglaublich nach hinten losgehen. Der andere kann abweisend reagieren und sagen: „Verpiss dich, will ich nicht!“. Oder auch nett nen Korb geben. Alles kann passieren, aber dann hab ich es wenigstens getan. Ich wahr ehrlich.

Sei du selbst und du wirst überall zuhause sein. – Spruch aus einem Glückskeks

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