Ich habe geschlossen

So, da wären wir wieder. Nach einer für mich Nerven aufreibenden Hausaufgabe, habe ich endlich abgeschlossen. Zumindest mit der Recherche. Aber ums Abschließen geht es diesmal auch.

Wie man vermutlich mitbekommen hat, bei mir geht es grad aus dem Tief raus und ich kämpfe mit alten neuen Dingen. Okay, sagen wir alt bekannten Dingen, die ich wieder aus Faulheit vergesse und mich beim nächsten Mal wieder selbst ermahnen muss. Ein Drama. Aber ich bin eben eine DramQueen. (Not sorry for that)

Schwierig das einfach zu halten, weil in meinem Kopf macht das auch keinen Sinn, also noch nicht. Deswegen möchte ich mit etwas einfachem anfangen, mit meiner Fahrradfahrt nacht Hause. Ich wurde zweimal von Autofahrern übersehen, war unkonzentriert und habe schon nach dem ersten Fastunfall Herzrasen des Todes gehabt. Da ging mir ein Gedanke nicht aus dem Kopf: „Ohne Witz Gloria, wenn das schief gegangen wär, dann wärst du tot. Alles was du aufgeschoben hast wird dich, da wo du hinkommst, ärgern.“.

Es gibt eine ungeklärte Sache und eine Sache die ich einfach gern machen möchte und es nicht tue. Warum? Weil ich auf andere geachtet habe. Ich war noch nie der sozialste Mensch, also ich bin keine Mutter Theresa, aber ich bin auch kein Unmensch oder Terrorist. Wenn wir es mal neutral betrachten, bin ich ein Mensch mit gesundem Egoismus und einer Neigung zur Selbstketzerei. (Ist das ein Wort? Keine Ahnung)

Auf jeden Fall etwas, das mich nicht von der Masse abhebt, denn jeder Mensch hat diese zwei Züge, wie stark ausgeprägt ist unterschiedlich. Worauf ich eigentlich hinaus will, ich hab in den letzten Wochen wirklich nicht auf mich geachtet und mein Unterbewusstsein arbeitet grad so konzentriert, dass ich nicht mal in der Lage bin vernünftig auf den Verkehr zu achten. Und wer jetzt ganz genau aufgepasst hat: Ja, es kann lebensgefährlich sein, wenn man nicht auf sich achtet und auf andere zu viel Rücksicht nimmt.

Keine Missverständnisse, Rücksicht auf andere zu nehmen ist nicht schlecht aber vergiss dich dabei selbst nicht. Das ist von vielen eine Angewohnheit und das meistens in den unnötigsten Situationen. Da ich sowas bei Menschen tue die mir am Herzen liegen, denke ich mir sehr lang, dass es doch nur zu deren besten ist. Aber eigentlich habe ich selbst Angst von den Menschen verlassen zu werden.

Was eine andere Sache ist die mir in letzter Zeit auch aufgefallen ist: Ich bezeichne mich öfter mal als dämlich oder blöde.
Meistens rede ich mir ein, dass ich das sarkastisch meine. Aber ich weiß, dass Sarkasmus einfach eins der größten Zeichen der Verachtung ist, deswegen werde ich mich ab jetzt nicht mehr so bezeichnen.

Also sage ich jetzt auch nicht, dass es dämlich ist, wenn ich diese Angst habe. Nein, im Gegensatz, es ist normal und ich werde immer Angst haben. Ziel sollte es jedoch sein irgendwann nicht mehr vor den Kleinigkeiten Angst zu haben, sondern vor den großen Träumen. Denn wenn ich eins gemerkt habe, wenn mir ein Traum Angst macht, dann bin ich zwar zaghaft und vorsichtig. Aber wenn ich dann stolper und nicht mehr langsam machen kann, dann bereue ich nichts mehr. Auch nicht, dass ich vielleicht einen Fehler gemacht habe, denn der Fehler brachte mich näher an das was ich will. Mein Ziel.

Eine kleine Themaausschweifung die nötig war. Denn im Grunde geht es mir darum, dass ich endlich abschließen will. Es ist so eine Sache mit mir und den Männern. Erstmal war der erste Mann bzw. Junge in meinem Leben, mein Ex und erster Freund. Bis dahin hatte ich keinerlei Gefühl für die Männerwelt. Also wirklich gar keins, ich habe vieles was sehr offensichtlich war nicht kapiert. Aber das ist Vergangenheit, mittlerweile kann ich ganz gut einschätzen, wie ich auf Männer wirke. Hab jetzt ja auch drei Jahre geübt. Nach einer gewissen Zahl an Dates und ähnlichem habe ich aufgehört zu zählen, stell ich mir auch schwer vor in einer Stadt wie Berlin.

So jetzt ist da aber eine Sache, die konnte ich nicht voraussehen und war mir auch ein Rätsel warum Männer das so handhaben, aber wie gesagt: Männer sind kompliziert. (Spar dir deine Sprüche über Frauen. Wir wissen dass wir nicht leicht händelbar sind)

Da mich das jetzt einfach zu lange belastet, dass ich mich verbiege und ein Versprechen halte, das ich nie halten wollte, ist ein typischer Gloria-Move. Jedoch fällt mir da nach einigen Diskussionen und Gesprächen, mit den unterschiedlichsten Leuten, etwas auf. Um so länger ich dafür argumentiere, es persönlich zu machen und in Kauf zu nehmen, dass ich dafür auch ne Woche warten muss, um so mehr dränge ich mich dazu es endlich auf den Tisch zu packen. Denn eins hasst mein Unterbewusstsein anscheinend wirklich. Und das wäre meine Rumdruckserei. Es geht mir schlecht ich bemitleide mich selbst und versuche mir einzureden warten zu können. Dabei wünsche ich mir wirklich nichts mehr als es einfach zu sagen. Deswegen schreibe ich doch, weil ich zu mir stehen will und zu meinem Ich. Mit solchen Aktionen mach ich es mir nur unnötig schwer und ziehe es in die Länge.

Aus diesem Grund schließe ich jetzt. Meine Toleranzgrenze ist strapaziert genug und ich habe genug Mitleid mit meiner Situation gehabt. Es wird echt Zeit. Dann hab ich es einfach gemacht, ich schrieb eine Nachricht. Mag unpersönlich sein aber das Gefühl war einfach: leichter.

Mir liefen die Tränen übers Gesicht, weil ich irgendwie glücklich war zu mir zu stehen und dann hatte ich auch Angst. Angst vor den Worten die zurückkommen würden oder auch nicht. Es war mir wichtig und ich stelle etwas aufs Spiel, was mir sehr wichtig ist. Mein Leben.

Somit komme ich zu einem weiteren Grund wieso ich schließe. Es gibt das Phänomen, dass Leute genau dann einen Partner finden wenn sie sagen, dass es jetzt reicht. Drei Jahre habe ich mich damit beschissen, immer aus dem Grund, dass dann jemand kommen soll, ich sagte, dass jetzt Schluss ist. Selbstbeschiss läuft.

Doch das war mir nicht klar. Ich hab mir einfach Hoffnungen gemacht, da ich immer einen Partner wollte. Jemand der mich begleitet. Aber merkte nicht, dass ich das immer sagte, weil ich Tage hatte an denen ich mich alleine fühlte. Wunsch aus Mangel.

Nach einem Gespräch mit Nicole habe ich das kapiert. Da sie mir an den Kopf warf, dass ich ja nicht richtig abschloss mit der Sache. War hart, aber die Wahrheit.

Somit lag ich wiedermal eine Nacht wach und konnte nicht schlafen. Am nächsten Morgen stand mein Entschluss. Es ist wirklich Schluss.

In meinem Kopf sollte endlich der Gedanke verschwinden, dass ich so einen Partner finde. Denn es ist nicht wichtig ob zu zweit oder allein, ich bin wertvoll. Und ich muss mir niemanden an meine Seite wünschen, weil ich körperliche Bedürfnisse habe. Ja, damit meine ich Sex. Das ist etwas was zwar viele mit Liebe verbinden, aber warum muss diese Liebe zu zweit stattfinden. Und klar, ich habe meine Probleme damit, wegen meiner Vergangenheit, aber dann werden die eben aufgearbeitet. Das wird das kleinste Problem sein.

Deswegen heißt es jetzt erstmal, ich kann den Typen aus der U-bahn weiterhin anstarren und süß finden, weil er eh eine Freundin hat. Genauso kann ich mit Männern ins Bett gehen und danach wieder gehen, weil ich so dieses körperliche Verlangen gestillt habe. Aber es gibt erstmal nur einen Menschen, der mir Liebe schenken wird, das bin ich selbst. Deswegen schließe ich.

Abschließen bedeutet nicht, dass du zum Einsiedler wirst, sondern den unvollständigen Gefühlen für dich selbst die nötige Aufmerksamkeit gibst.

Nur ich liebe mich am besten.

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