Stressfaktor, lädt…

Ein Morgen voller Genuss. Ich habe mir Zeit gelassen und bin gelaufen. Habe mir bei meinem alten Stammbäcker Gebäck geholt und einfach nur genossen.

Die kühle Luft auf meiner Haut, die Musik in meinen Ohren und das Schweineohr, in meinem Mund, das Kindheitserinnerung auslöste. Den ganzen Tag machte ich mir keine Gedanken darüber wie es morgen wird. Ich lebte einfach.

Normalerweise ist es so, dass Menschen die Partynacht am nächsten Tag bereuen, weil sie einen Kater haben. Aber ich hab weder einen Kater noch bereue ich grade etwas. Mehr ist mir grade wieder etwas bewusst geworden. Einfach so? Nein, ich habe mich mit den letzen Tagen auseinandergesetzt. Viel ist passiert, vom Finden eines Centstücks bis hin zu einem Fastunfall. Die letzten Tage waren mehr als stressig für mich. In solchen Phasen esse ich unglaublich viel, besonders viel Süßes. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass wenn man viel Süßes isst, dann fehlt einem die Süße im Leben. Es war so, mir fehlte das Schöne im Leben, ich sah da nur das Schlimme und verlor mich im Gedanken, dass ich grade abrutsche.

Auf meinem Firmenevent am Freitag gab es eine Situation in der ich schlucken musste. Wie sagt man so schön: Die Wahrheit ist schmerzhaft.
Das war sie auch.
Nachdem ich mich mit jemandem unterhielt, sagte die Personen nur einen Satz um mich den ganzen restlichen Abend und den Morgen danach zum Nachdenken zu bringen. Was sagte die Person nun?

Ich nehme an, dass dein Stress privater Natur ist. Aber dann bist du trotzdem selbst schuld, denn du hast dir dein Umfeld ja ausgesucht. Und der Stress kommt von deinem Umfeld.

Darauf wusste ich nichts mehr zu sagen. Weil es so war, beziehungsweise immer noch so ist. Mein privates Umfeld ist grade nicht so toll und hilfreich. Das tat weh. Weil dieses Jahr wirklich nicht auf meiner Seite zu stehen scheint, zumindest im Falle meines Umfelds.

Aber worum es eigentlich ging, war die Auswirkung des Stress auf meinen Körper. Wie ich schon erwähnte, ich esse viel Süßkram. Und das sieht man in meinem Gesicht ziemlich deutlich. Unmengen an Pickel zieren meine Haut und es sieht nicht aus als würden sie bald weniger werden. Genauso habe ich dauernd Hunger und bin müde. Nicht die beste Voraussetzung um wieder aus dem Tief vollkommen auszusteigen. Eher kontraproduktiv würde ich mal behaupten, denn ich bin ein Mensch dem zwar die Wirkung meiner Erscheinung nicht so wichtig ist. Aber ich will mich selbst hübsch finden. Und das tue ich im Moment nicht.

Eins was sich in den letzten drei Jahren wirklich krass geändert hat ist, dass ich nicht mehr anderen gefallen will. Wenn es um mein Aussehen geht. Klar, man freut sich, wenn man ein Kompliment bekommt, aber ich geh auch in Jogginghose und ohne BH raus. Einfach weil ich der Meinung bin, dass ich mich sonst verstelle. Deswegen keine Schminke oder übertriebenes Styling meiner Haare.

Zum Problem wird es nur, wenn ich mir selbst im Spiegel nicht mehr gefalle. Dann kommt da aber nicht nur mehr das Aussehen dazu. Nein, dann fängt das an überhand zu nehmen und ich fange irgendwann an, meine Persönlichkeit zu kritisieren. Nur weil mein Gesicht, von Unreinheiten geziert und  an meinem Po mal wieder mehr Cellulite zu sehen ist.

Um so länger ich in meinem Bett lag und darüber nachdachte, wurde mir eins klar. Ich kann eben nicht erwarten, dass ich wie mein Idealbild aussehe, wenn ich in Selbstmitleid versinke und futter als würde ich mich auf ein Wettessen vorbereiten. Eine Sache stand also wieder fest, es gibt wieder Intervallfasten und keine Süßigkeiten. Allein der Gedanke, dass ich das schon mal hinbekommen habe ist ein Grund warum ich wusste, dass es diesmal auch leichter wird.

Aber das ist nicht das einzige was ich dagegen tun will. Da das ganze wirklich stressbedingt ist werde ich diesen Stress reduzieren müssen. Auch wenn es grad drunter und drüber in meinem Leben geht, aber ich muss mich dem Ganzen nicht aussetzen. Denn ich kann und darf mich bewusst zum stressfreien Leben entscheiden. Ob mich etwas stresst oder nicht, suche ich mir ja selbst aus, weil ich es zulasse. Deswegen kann ich die ganze Situation auch steuern, das braucht wahrscheinlich ein bisschen, aber auf längere Sicht, ist diese Arbeit es mehr als wert.
Wir alle wissen ja, dass Druck Gegendruck erzeugt.

Was soll ich dann tun?
Naja, ich denke der erste Schritt wär wirklich, die Situation mit Person B ruhen zu lassen. Ich hab getan was ich konnte und auch wenn es grad unglaublich schwierig ist, das wird alles wieder gut. Es bringt doch jetzt nicht, wenn ich da sitze und hoffe, dass der andere endlich auf mich zukommt. Das wird nicht passieren und würde mich auch ziemlich wundern.
Das Ganze ist so unvorteilhaft für mich, weil ich diese Szene eben nicht will. Da programmiere ich meinen Stress selbst. Und den will ich ja nicht.

An eines möchte ich mich aber erinnern und zwar die Worte von der Person, denn sie öffneten mir die Augen. Wieder mal zeigte mir das Leben, dass es meins ist und ich mir von den Menschen um mich herum nicht reinreden lassen sollte. Es gibt viel zu viel, dass ich ohne die anderen machen will und das sollte ich auch tun. Da können die anderen die Brücke runterspringen, wie man so schön sagt. Ich werde nicht hinterher springen.

Also wir sehen uns dann in der Diät, Freunde der Sonne.

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