Ich bin mutig

Copyright by Stephanie Stoeckl

Was ist Mut?
Was sind meine Grenzen?
Woher weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin?Und wer gibt mir ein Zeichen, wenn ich meine Grenzen überschritten habe?

Mut ist, wenn du bereit bist, deine Grenzen zu überschreiten, ohne dass sie dir jemand aufzeigt und den Weg nicht kennst.

Dieses Thema kam mir als ich das Buch „Elf Minuten“ von Paulo Coelho las. Auch wen es um eine Prostituierte geht, die irgendwann erkennt, dass sie lieben und leiden ohne Grund kann, ich habe da für mich etwas erkannt.

In letzter Zeit, dachte ich wirklich mehr als jeden Tag, dass mein Jahr schrecklich angefangen hat. Doch ich habe etwas übersehen. Ich war unglaublich mutig. Und das schon mein Leben lang. Auch wenn ich Glaubenssätze in mir habe, die mir sagen ich sei schlecht und es nicht wert. Ich war mutig. In jeder Situation hätte ich kuschen können und nicht für das Neue entscheiden können. Doch das tat ich nicht. Nein, ich stand auf, verließ meine Familie, nicht nur einmal. Redete über meinen Missbrauch, in der Ungewissheit was es mit mir macht. Gab Freunden den Laufpass, mit der Sicherheit, dass ich mich alleine fühlen werde. Schnitt mein Herz von der Liebe ab und verbrachte eine Zeit mit belanglosem Sex, mit dem Wissen, dass ich darunter leiden werde. Riskierte mein Leben ein weiteres Mal auf dem Rad, obwohl ich wusste, dass ich keine Konzentration aufbringen konnte, vorsichtig zu sein.

Mein Leben lang habe ich unbewusst die Grenzen abgerissen und bin losgerannt. Und ich werde nicht aufhören. Denn allein der Blog war ein weiterer Sprenggürtel den ich zündete. Die Risiken im Leben von uns Menschen werden nicht kleiner, wenn wir vor dem Fernseher sitzen und Serien gucken. Im Gegenteil, sie wachsen täglich weiter über unseren Kopf hinaus und werden irgendwann so groß sein, dass wir zu fett sind um aufzustehen. Die Beine so dick sind, wie früher unser Rumpf. Jeder der schonmal mit den Kilos gekämpft hat versteht, dass das Ganze eine Abwärtsspirale ist. Wir essen um glücklich zu sein und fühlen uns schlecht weil wir essen. Genau das Gleiche passiert mit dem Mut. Je mehr wir uns verstecken und unsere Leidenschaft vergessen, verkümmert dieser Wesenszug.

Als Kind machen wir alles mit Leidenschaft und würden fliegen, wären wir anatomisch dazu in der Lage. Kinder laufen los, falle hin. Reiben sich Sand ins Auge, wenn sie weinen und gehen trotzdem nochmal zu weit. Denn sie wissen noch nicht, dass die Sicherheit, die größte Täuschung ist.

Warum erzähle ich das hier? Weil ich weiterhin riskieren will. Egal was mich beschäftigt ich werde darüber schreiben. Da mag ich mich vielleicht blamieren, aber ich habe immer noch meine Werte und zu meiner Ehrlichkeit gehört definitiv der Mut dazu. Stell dir vor du willst ehrlich sein, kannst aber nicht, weil dir das unangenehm ist, dann musst du mutig sein um ehrlich zu sein. Ist doch ganz einfach. (Blamieren ist vielleicht as falsche Wort, aber ich denke es trifft es noch am passendesten)

Selbst ich bin nicht die mutigste aber manchmal muss man sich eine Rolle anziehen um die Person wirklich zu sein, die man sein will. Ich möchte ehrlich sein, dann spiel ich mal ne Weile eine Rolle. Nicht um mich zu verstellen sondern der Mensch zu werden, der ich wirklich bin. Viele Menschen machen das genau verkehrt rum, sie verstellen sich um anderen zu gefallen, der kleine Teil der Gesellschaft zu sein, der sie immer waren. Sie sehen sich nicht in der Gesellschaft und deswegen ziehen sie ein Schauspiel ab, das Hollywoodreif ist. Allein wenn ich meine Familie ansehe, dort gibt es so viele Schauspieler. Ob sie das nun tun um von anderen geliebt zu werden oder sich selbst vor der großen bösen Welt zu schützen. Hört auf damit!

Ich fang an eine Rolle zu spielen, die mich viel Mut kostet, aber am Ende lohnt es sich. Denn eins ist gewiss: Was wäre das Leben ohne Leidenschaft?

Naja, nur ein Leiden würde ich mal sagen.

Lustig, dass das Wort Leidenschaft sehr viel mit leiden zu tun hat. Denn jeder der die Bedeutung dieses Wortes verstanden hat und angefangen hat sein Leben mit Leidenschaft zu leben, ist auf dem richtigen Weg. Für viele Dinge leidet man, so wie ich es tat und weiterhin tue. Aber zur Leidenschaft wird das Leben wenn du kapierst, dass nicht immer alles glatt läuft. Ab und zu geht mal was kaputt und du bist traurig, leidest weil es weg ist. Aber dann gehst du weiter oder du reparierst es, so sehr dir das auch weh tut. Steh auf und nimm dein Spielzeug und entscheide dich fürs ganz machen oder wegwerfen. Niemand kommt weiter wenn er sich mit dem leiden zu sehr beschäftigt. Da kann wirklich jeder aus eigener Erfahrung sprechen.

All das hört sich ziemlich einfach an. Ist es auch. Aber du sitzt vielleicht grad an deinem PC, mit deinem Handy in der Bahn oder worauf du das hier auch grade lesen magst, hast irgendein Leiden und tust so als gehe die Welt unter. So und jetzt siehst du aus dem Fenster, siehst dir die Gegend an und sagst mir ob da Häuser einstürzen, Meteoriten auf die Erde regnen, Menschen in Flammen stehen und der Mond explodiert.

Nein?

Dann siehst du mal, die Welt geht nicht unter, weil grade dein Freund Schluss gemacht hat, deine Schwester gestorben ist oder du deine Wohnung aufgeben musstest. Im Gegenteil, du hast die Chance weiterzumachen, deinen Weg mit einer Erfahrung reicher zu beschreiten. Natürlich darfst du trauern, aber versinke nicht in deinem Leid. Heb den Kopf und denk dran, morgen geht die Sonne auf und du darfst weiterhin auf der Erde sein.

Mut ist, wenn du deine Grenzen überschreitest ohne jemanden, der sie dir aufzeigt und den Weg kennt.

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