Passt nicht mehr

Du hast von etwas geträumt. Immer und immer wieder. Es geht dir nicht aus dem Kopf. Du siehst das große Ziel vor dir. Und fängst an darauf hinzuarbeiten.

Plötzlich kommt der Moment wo du mitten auf deinem Weg, denkst du hättest ein neues Ziel. Der kleine Zwischenerfolg fühlt sich so toll an, dass du sagst: Das ist es, hier bleibe ich.
Doch dann erinnerst du dich, warum du überhaupt da bist. Wieso du eigentlich damit angefangen hast. Dein Ziel.

Um ein weiteres denkst du darüber nach, ob es denn das gewesen sei. Ob es nicht vielleicht doch besser wär weiter auf das große Ziel zuzugehen. So entschließt du dich, das kleine Zwischenziel zu verlassen und dich wieder auf den Weg zu machen.

Wer das Buch „Der Alchemist“ von Paulo Coelho gelesen hat, weiß, dass das da oben eine kurze Zusammenfassung von dem Buch ist. Doch ich möchte es erstmal nicht dabei belassen. Nach dem Buch habe ich lange darüber nachgedacht und ich möchte mal wieder ein fröhlicheres Thema ansprechen. In letzter Zeit waren meine Posts, ja sehr von Schwere.

Also, wo fange ich dieses Mal an. Vielleicht damit, dass ich in der Zeit meiner Hausaufgabe einen ziemlich schwerwiegenden Gedanken hatte. Und zwar, mit dem Studium aufzuhören. Darüber dachte ich die letzte Tage, vor der Abgabe häufiger nach. Stellte mir die Frage, was meine Eltern sagen würden. Ob sie sauer wären, da sie den Spaß bezahlten. Erstmal hat sich hier wieder ein alter Glaubenssatz eingeschlichen und mir mein Leben schwer gemacht. Des Weiteren verschwand der Gedanke erstmal nicht, auch als ich die Aufgabe abgab. Mein Coach meinte: „Vielleicht ist das nur eine Phase“. Zu der Zeit habe ich das Buch (Der Alchemist) mehr halbherzig gelesen. Vor kurzem wurde ich damit fertig und habe den Rest des Buches aufmerksam gelesen und was wichtig ist, vollkommen in Ruhe. (Du musst wissen, den Anfang habe ich mehr hirnlos gelesen)

Fertig mit dem Buch, machte ich mir Gedanken. Was ist wenn es wirklich nur eine Phase ist. Vielleicht muss ich erstmal weitergehen um zurückzukehren? Jetzt sitze ich hier und merke, dass es wirklich nur die Hausaufgabe war. Denn ich studiere nicht um später bei einer Zeitung zu Arbeiten oder im Radio, wie anfangs geplant. Nein, mein jetziges Ziel ist die Weiterbildung. Auf meinem Weg zu meinem großes Ziel, muss ich mal die Zähne zusammenbeißen. Das machen was mir grad vielleicht nicht so die Freude gibt, die es sollte. Doch wie sollte es voran gehen wenn ich mir nicht neues Wissen aneigne. Meister sind noch nie vom Himmel gefallen.
Somit heißt es erstmal: Fertig studieren!

Genauso gibt es eine ander Entwicklung, die vorangehen muss. Einigen Leuten habe ich es schon erzählt, aber ich will 2019 noch einen Podcast veröffentlichen. Lange habe ich da rumgemosert, dass ich das noch nicht hätte und jenes noch fehle. Aber eigentlich müsse ich ja auch mal anfangen. Klar, ich bin noch nicht bereit, aber wenn ich bereit wär, dann würde es den Podcast schon geben. Tut es noch nicht, also arbeite ich dran. Scheiß mal drauf, ob ich da schon nen Namen habe, ein Intro oder überhaupt ein Thema. Lang habe ich mich nicht auf meinen Hintern gesetzt und mich damit auseinandergesetzt. Ehrlich mal? Wie soll was entstehen wenn ich nicht versuche anzufangen und einen Plan aufzuschreiben? (Ja, ich habe gesagt, dass man nicht immer von Anfang an einen Plan braucht, aber das ist keine Ausrede um nicht anzufangen)

Eine neue Herausforderung steht an und die wird meinen Weg auch mal verändern. Dieses Ziel erreicht, werde ich vielleicht auch sagen: Da will ich bleiben.

Doch auch hier wird der Moment kommen, wo ich aufwache und denke, dass das hier noch nicht alles war und auch wenn es hier schön ist, da ist noch was unerledigt.

Ich mag erst 21 sein, aber ich habe schon einiges ausprobiert. In meiner beruflichen Laufbahn befindet sich nicht nur das Praktikum meiner Schulzeit. Im Gegenteil ich habe schon in einigen Bereichen gearbeitet. Als Kellnerin in meiner Schulzeit, als Countermitarbeiter in einem Bowlingcenter, als Spielleiterin in einem ExitRoom, als Einlasskraft in einer Freizeiteinrichtung, als Redaktionsmitglied eines Radiosenders, als Moderatorin in einem Radiosender, als Kulissen- und Regiehilfe in einem Figurentheater und nicht zu vergessen die schrecklichen fünf Stunden an der Kasse im Supermarkt. Meinen derzeitigen Job als Office Managerin mag ich sehr und auch mein Babysitting würde ich so schnell nicht wieder abgeben. Bis jetzt gab es viele Jobs die ich gerne gemacht habe, die Frage ist wie lang ich diese Jobs machen muss um weiterzukommen. Bei all den Jobs, die ich nicht mehr mache, gab es irgendwann den Punkt, wo ich mich langweilte. Es keinen Lernfaktor mehr für mich gab. Dieser Punkt ist erstmal schwer für viele einzusehen und dann noch schwieriger auch zu überwinden, um zu gehen. Man fühlt sich wohl, denkt, dass man ja einen Automatismus drin hat und mehr Zeit für neues hat. Aber eigentlich hat man Angst etwas Neues anzufangen, den sicheren Hafen zu verlassen. Ich hätte weiterhin in der Bowlinghalle arbeiten können, tat ich aber nicht. Es war langweilig und auch wenn ich erstmal keine Idee hatte, was nach meiner Büroarbeit kommt. Ich habe gekündigt. Viel mir nicht schwer. Da ich erkannte, dass mein gewünschter Mehrwert nicht mehr geleistet wurde.

Es gibt etwas das mich schon sehr lange begleitet und immer noch die gewünschte Wirkung hat. Das Schreiben.

Ich kann mich noch an einen Aufsatz in der 4. Klasse erinnern. Wir sollten einen Text über eine Welt voller Kaleidoskope schreiben. Meiner wurde in der Schulzeitung abgedruckt, ich war so unglaublich stolz. Dann fing ich in der 9. Klasse an Gedichte zu schreiben. Sehr viele. Ich schrieb über die Dinge die grade in meinem Leben passierten. Einige von ihnen durfte ich auf einer Veranstaltung meiner Schule vortragen, das Gefühl war unbeschreiblich. Und dann gab es immer wieder Texte in der Abiphase, die ich vor der Klasse vorlesen durfte. Es gab mir das Gefühl etwas wirklich gut zu können. Bis ich mit meinem Blog anfing habe ich nicht viel geschrieben, auch die Gedichte habe ich schon vor meinem Abi aufgegeben. Der Blog gibt mir dieses Gefühl von damals wieder und ich liebe es. Denn das bin ich. All das was hier steht bin ich. Und deswegen wird das Schreiben etwas sein, dass ich immer in meinem Leben tun werde.

Genauso wird das Reden so ein Teil sein. Das Gefühl das Richtige zu tun, gaben mir nicht nur die ersten Moderationsversuche in meiner Schule sondern auch die Zeit im Radio. Doch eine weitere Bestätigung hatte ich auch auf meinem Firmenevent. Ich sollte ein Interview führen und ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich dort hingehöre. Bei meinen Lives jeden Dienstag ist das Reden auch keine Hürde, denn ich laber einfach drauf los. Das konnte ich immer schon, Reden. (Also nachdem ich es überhaupt gelernt habe)

Ob ich meine Familie mit meinen Kuscheltiere am Esstisch unterhalten habe oder Freunden mit meinem Wissen klugscheißerisch beraten habe. Die Worte habe ich gerne um mich geworfen.

Schreiben und Reden. Ich habe diese beiden Teile meines großen Ziels öfter aus den Augen verloren und damit aufgehört sie zu verfolgen. Aber ich hab immer wieder die Taschen gepackt und mich wieder auf den Weg gemacht. Dann kam eine große Aufgabe, die ich Stück für Stück aufarbeiten musste. Dort fühlte ich mich so wohl und ließ beides sein. Habe ich die Aufgabe abgegeben und war glücklich, fing ich wieder an. Nicht weil ich wieder Zeit hatte, sondern weil es ein Teil von meinem Lebensweg ist und ich es brauche um anzukommen. Das Schreiben und Reden ist mein Weg zu meinem Schatz.

Zum Abschluss bleibt eigentlich nur noch etwas sehr einfaches zu sagen: „Sollten deine Schuhe kaputt sein oder nicht mehr passen. Dann kauf dir neue!“.

Es ist keine Schande mit etwas aufzuhören und etwas ganz anderes anzufangen, du musst nicht leiden, weil die Zeit vorbei ist. Nimm lieber die kurzzeitigen Blasen an den Hacken in Kauf, anstatt deine Füße vielleicht komplett zu ruinieren.

Etwas anzufangen ist meist einfacher, als mit etwas wieder aufzuhören.

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