Lass laufen

Yo yo yo, the flow…

Äääääh? Dein Ernst? Mädchen, du bist kein Gangsterrapper!

Ich weiß, aber da ist was dran!
Denn wenn ich nicht im Flow bin ist es schwierig einen Podcast zu produzieren oder einen Blog zu schreiben. Fast hätte ich nichts gepostet, aber dann kam er back. (Oh, sorry, da war der Rapper wieder)

Okay, vielleicht fragst du dich grade worüber ich hier laber. Es geht um diesen Schub den man hat, der einen gefühlt Bäume ausreißen lässt. Wenn ich mal so einen Schub habe, dann schreibe ich nicht nur einen Text sonder oft auch mal vier. Oder zwei und hab drei angefangen. Es ist egal wie viel, es geht um diese Seite an mir, die dann wie Superman loslegt und in Überschallgeschwindigkeit die Welt rettet. (Oder war das ein anderer Superheld?)

Doch ist dieser Flow erlernbar? Ich denke ja.
Also langsam fühle ich mich wie eine Profiautorin, die schon Jahre schreibt und einfach schreiben kann. Doch dann kommen Tage auf mich zu an denen ich morgens vor dem Spiegel stehe und mir denke: „Nee, ich schreib jetzt nichts!“. So und dann ist dieser Tag aber Mittwoch oder Sonntag und es sollte ein Post kommen. Natürlich, wenn man vorschreibt kann man so einen posten, aber schreib mal welche vor. Die vorgeschrieben kommen ja auch nicht von irgendwo, nein, die musst du ja auch irgendwann verfassen. Das sieht alles immer etwas einfacher aus als es ist. Und um ehrlich zu sein, es wird irgendwann auch einfach.

Ja, es wird einfach. Meinen Blog gibt es jetzt fast seit 2 Monaten und es fühlt sich trotzdem an als wären es schon zwölf. Wieso? Weil ich Phasen hatte wo es nicht lief und dann solche wie jetzt. Es läuft. Denn eins ist mir grad vorhin klar geworden. Nichts aber auch gar nichts kommt von alleine. Und somit auch nicht das Schreiben oder Aufzeichnen. Um so öfter wir es tun und wir uns hinsetzen umso leichter können wir das alles wieder anschalten, wenn wir es benötigen.

Um es für die Menschen ohne Blog oder Podcast zu beschreiben, musste ich mir ein Beispiel überlegen. Das da wie folgt geht:

Du bist begeisterter Zeichner. Und in jeder freien Minute deines Lebens malst du auf deinen Blog, deine Serviette oder den Kassenzettel. Es fühlt sich an als würde die Zeit still stehen und jegliches Gefühl in deinem Stift auf’s Papier tanzen. Wenn du fertig bist mit dem Bild, sei es nur eine Miniaturzeichnung von der Dame an der Kasse, du siehst es an und freust dich. Nicht weil du fertig bist sondern weil du gleich eine neue Idee hast. Dieses Phänomen zieht sich weiter und weiter und wird zu einem Kreislauf. Oder du hörst auf, weil du in den Bus einsteigen oder die Haustür aufsperren musst.

Hätte ich dir das jetzt gesagt, läge meine Betonung auf dem Wort „musst“, denn müssen tust du gar nichts. Außer sterben. (Komm mir nicht mit trinken und essen, nein, das musst du auch nicht, nur sterben)

Wenn du das Gefühl hast, etwas geht grade richtig los, du spürst, dass eine Idee nach der anderen kommt, dann lass laufen, auf gut Deutsch. Verkneifst du dir das nämlich, behaupte ich mal, dass es verfällt. Der Gedanke, die Idee wird nicht auf dich warten, nee. Solch ein Einfall verpisst sich eifach, ohne Rücksicht auf Verluste. Deswegen hatte ich auch lange den Flow mal irgendwo liegen lassen. Weil der Bus kam, ich zu faul war oder keine Möglichkeit zum festhalten hatte. Blöd gelaufen, aber irgendwo selbst schuld.

Mir wird immer öfter klar, dass ich diesen Fluss nicht stören darf. Denn wenn ich einen Damm baue kann mein Wasser nicht fließen und das will ich ja nicht. Auf meinem Fluss sollen Schiffe fahren, in ihm sollen Fische schwimmen genauso sollten wagemutige Menschen hineinspringen.

Ebenfalls ein falscher Freund ist die Belohnung in diesem Moment. Belohnst du dich in dem Moment, wo die Ideen kommen, mit einer Gedankenpause oder einem Video auf deinem Handy, dann machst du alles kaputt. Selbst habe ich den Fehler nur zu oft gemacht. Da dachte ich mir: „Joah, der Post ist online, alles geteilt und jeden Hashtag gesetzt, jetzt kann ich mal ne Runde Videos gucken!“.

NEIN!!!!

Kann und darf ich nicht! Genausowenig sollte ich das Handy mit auf’s Klo nehmen, das wär das gleiche. Geh pinkeln und komm wieder. Sollte der Flow aufgebraucht sein, dann merkst du es schon. Auf keinen Fall aufhören, während du mittendrin bist. (In meinem Kopf hört sich das unglaublich falsch an)

So und bevor ich hier aufhöre werde ich weitermachen. Nehme mein Aufnahmegerät und nehme Folgen auf, auch wenn ich grad lieber die Musik weiter anhören will. Doch so werde ich nicht weiterkommen, bisschen Zwang muss grade sein. Auch wenn ich jetzt vielleicht drei Folgen für Bockmist erachte und nur eine am Ende verwende, ist es mehr, als wenn ich mich gar nicht hinsetze. Deswegen, erstmal einen wunderschönen und wir lesen uns beim nächsten Mal. (Bloß nicht aufhören)

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