Abriss Completed

Irgendwie kam mein Hirn nicht in Schwung. Langsam zogen sich die Gedanken durch meinen grauen Matsch. Die Politiker in meinem Kopf hatten keine Lust auf Kooperation und stellten jegliche Information auf Standby.

Ja, okay, Ausrede verlass mich nicht. Ich gebe es zu, meine Naht war unglaublich kurz und einen der vorgefertigten Texte wollte ich nicht posten. Nicht einer davon kam mir angemessen für heute vor. Nach gestern auf keinen Fall. Also wovon spreche ich hier.

Was ist passiert? Die Leute die mich gestern nicht begleitet haben wissen es nicht, denn auch auf Insta habe ich nicht wirklich viel geteilt. Ich war 24 Stunden wach und ich muss sagen, nicht eine Minute von dem gestrigen Tag bereue ich. Nein, alles was passierte, was ich sagte und hörte, all das ist eine Erfahrung die ich auf keinen Fall missen will.

Okay, wieder ein bisschen abgeschweift aber jetzt wirklich. Nachdem ich meine Wohnung fertig geputzt hatte, währenddessen mein Hirn aufgeräumt. Hatte und danach eine ziemlich lustige Runde beim Müllsammeln hatte, machte ich mich fertig und ging in die Kirche. Waaaaaas? Gloria in der Kirche? Was ist da falsch gelaufen? Nichts, überhaupt nichts. Denn in der Kirche fand ein Konzert statt und in dem Orchester spielte eine Freundin, die mir in den letzten Monaten unglaublich ans Herz gewachsen ist. Auch wenn wir uns schon ewig kennen und früher viel Zeit auf Grill- oder Geburtstagsfeiern unserer Eltern verbracht haben. Später haben wir auch zusammen Ballett gemacht, noch nie waren wir uns so nah wie im Moment. Somit bewegte ich mich in die Kirche und hört zu. Danach begleitete ich sie und ihre Freunde, quasi als Touriguide. (Wir sagen keinem, dass ich selbst Berlin immer wieder neu entdecke)

Ein spontanes Straßenkonzert, mehrere Biere und Gesangseinlagen später, wurde viel gewartet und später getanzt. Früh morgens ging es für alle zurück in die Jugendherberge und für mich in meine Wohnung. Ja, ich trinke keinen Alkohol mehr und gehe auch nie wirklich in Clubs aber gestern war ich zumindest wieder Tanzen. Keinen Schluck Alkohol, denn alle die dabei waren haben verstanden und akzeptiert, dass ich keinen trinke. Das habe ich ihnen sehr hoch angerechnet, denn meine letzten Erfahrungen mit so jungen Menschen, war eher negativer Art, was das anti-alkoholische Leben betrifft. Jeder tanzte so wie es ihm grad passte und auch wenn das wahrscheinlich am Alkohol lag, das kannte ich so eigentlich nicht wirklich. Früher im Club, naja, die Leute waren alle mehr darauf bedacht zu gucken was andere taten und wünschten sich, dass irgendjemand sie anlaberte.

Soviel zum Abend aber das kann jetzt keine Erfahrung sein die ich mit dir teilen will oder? Doch, denn da ist wieder etwas in mir gewesen, dass ich unglaublich gerne mit dir teilen will. In meinem Kopf, war gestern eine Stimme, die den ganzen Tag schon sagte, dass da etwas ist. Wenn ich nur eine Schritt in das alte Muster machen wollte schrie die auf, sie machte ein ekelhaftes Geräusch. Das tat sie irgendwann nicht mehr, denn ich hatte ab einem gewissen Punkt verstanden, dass diese Menschen, eben nur Menschen sind. Natürlich sagt man immer, dass die Meinung anderer egal ist für einen, aber es gibt Momente da fühlt man sich unwohl. In diesen Minuten schob ich nicht wie früher Panik in meinem Kopf, sondern bedankte mich, dass ich da sein durfte. Es war nicht selbstverständlich für mich, dort mit dieser Gruppe an der Spree zu sitzen oder im Club zu tanzen. Aber eins wurde selbstverständlicher mit jeder Sekunde in der die Stimme schwieg.

Ich bin so wie ich eben bin, nenne Menschen Hase oder Schatz, lache laut und habe ein unglaublich markantes Sprachorgan. Ich trage mein Herz und meine Erfahrungen auf der Zunge! Öfter fällt mir das auf die Füße, weil ich es noch nicht erzählen wollte, jedoch nehm ich mich nicht mehr ernst. Ich liebe meine Freunde und gebe jedem Menschen eine Chance mir sein Ich zu zeigen. Denn ich stell mich nackt vor Menschen, ich spreche jetzt von meiner Seele, Leute. Auch wenn jemand lacht, lästert, sich verpisst oder ebenfalls blank zieht, ich habe für mich alles richtig gemacht. Niemand in meinem Leben, wirklich niemand, hat so viel Wert wie ich und die Mauer zu diesem Ich habe ich entgültig eingerissen.

Mit Freudentränen kann ich behaupten, dass ich unglaublich froh bin mich kennenzulernen. Ob es meine verpeilte Art ist etwas zu vergessen, der böse Blick um mir unsympathische Menschen von der Pelle zu halten, das rhetorische Fragen um andere zu provozieren oder einfach nur das lachen wenn ich jemanden sehe der mir wichtig ist. Für viele wirkte ich oft grob, zu vorlaut, etwas klugscheißerisch oder eingebildet und arrogant. Dabei habe ich einen Panzer angelegt, einen den man sich über Jahre quasi anfuttert, wie das Bauchfett.

Große Klappe, nix dahinter. Das kann mir keiner mehr vorhalten, denn ich sag dir ehrlich in dein Gesicht wenn ich dich nicht leiden kann. Wenn du denn Grund nicht verstehst, sag es und ich erklär es. Wir werden uns schon einig. Aber die Mauer zum Wohnzimmer zieh ich nicht mehr hoch, denn die hab ich abgerissen. (Okay, vielleicht hab ich sie eher abgetragen und jedem seinen einzelnen Stein per Post geschickt)

Ich weiß ja nicht wie das bei dir ist, aber ich mag große offene helle Wohnungen. Mit viel Platz zum tanzen. Am besten von der Dusche, an der Küchenzeile mit der Kaffeemaschine vorbei, rein ins Wohnzimmer mit einem großen Bücherregal bis ich in mein Bett fallen kann.

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