Herzenskampf

Donnerstag Morgen fiel mir ein Traum wieder ein. Ein Traum in dem ich umzog, ich suchte nach einer Wohnung und fand eine WG mit jemandem den ich sogar kannte. Natürlich fragte ich mich mal wieder was der ganze Traum so zu sagen hatte und ich googelte mal die Bedeutung.

Ein Umzug ist ein Anzeichen für eine Veränderung, die mich beunruhigt. Es gibt eine positive Auslegung und eine negative. Bei mir war es leider die negative. Okay, was heißt hier leider, es hat mir mal wieder einen Stubser in die richtige Richtung gegeben. Denn es gibt wirklich etwas, dass mich in meiner momentanen Lage beunruhigt und auch alles in mir durcheinanderbringt. (Erklärt auch meine Prokrastination, in der ich grade rumgammel)

Meine Gefühle, für den Menschen um den es geht sind, mir nicht wirklich egal und eigentlich will ich das Ganze nicht. Du musst dir das wie diesen typischen Kampf zwischen Herz und Kopf vorstellen. Das Herz malt sich unglaublich tolle Dinge aus, die sind meist so schön, dass man sich selbst ziemlich dämlich Hoffnungen macht. Der Kopf hingegen brettert mit dem Bulldozer auf die Hoffnung zu und reißt sie ab, da der weiß, dass es zum Scheitern verurteilt ist. Egal was ich tuen werde, da ist einfach kein Happy Ending für mich, zumindest diesmal nicht.

Verständlich warum mich das so aufwühlt. Also wirklich, wer würde bei einem inneren Krieg nicht auch am liebsten in ein anderes Land ziehen. Da die Distanz eines Umzugs im Traum auch eine relativ große Rolle spielt, ist es das auch in der Gefühlslage. Jap, ich bin an die Ostsee gezogen, jetzt nicht all zu weit weg, aber es ist schon irgendwie ne etwas größere Distanz, immerhin aus Berlin raus. Komisch, dass hat die Mutter von meinem Babysittkind letztens gesagt, dass es sie wahrscheinlich dahin verschlägt. Jetzt frage ich mich, ob das einfach nur Zufall war.

Naja, zurück zum Thema! Es ist mir wirklich ziemlich wichtig und diese Veränderung ist auch nicht so einfach, finde ich. Da ich nach drei Jahren wirklich Gefühle hatte, ja, ich dachte zuerst sie sind ein Trugschluss, aber nein, sie waren echt. Um so schwerer ist es nun einen verdammten Schlussstrich zu machen.
Sei es ein Schlussstrich nur unter die Sache oder unter den kompletten Menschen, beides ist so unfassbar scheiße. (Ja, richtig gelesen)

Dieser Text wirkt für mich etwas wie eine Rechtfertigung und ich will mich eigentlich nicht dafür rechtfertigen aber ich will immer noch wissen was der Grund war. Warum haben wir nie geredet? Was ist passiert? War es etwas, dass ich getan habe, oder nicht getan habe?
All das will ich wissen, aber warum? Was erhoffe ich mir davon? Innerer Frieden?

Hör mal zu, Gloria: Du machst dir irgendwo in deinem Herzen immer noch Hoffnungen, auch wenn du weißt was du zu tun hast. Es gibt nichts was das Theater rechtfertigt, auch nicht deine Schmerzen. Hoffnung ist in diesem Fall ein falscher Freund und stürzt dich nur ins Verderben. Wirklich, hör in dich rein und sage mir: Willst du es wirklich wissen?

Liebe macht dumm und der Fakt, dass ich grade innerlich mit „Nein“ geantwortet habe, weil mein Hirn es mir so sagt zeigt mir einfach, dass ich immer noch kämpfe. Ohne Witz, es ist schwer, aber nichts woran ich sterbe. Come on, ich habe meinen ersten Liebeskummer doch auch mit Bravour hinter mich gebracht. Auch wenn das weh tat und ich lange gebraucht habe, ich habe es geschafft. Natürlich waren die Methoden damals nicht die intelligentesten aber das weiß ich ja jetzt. In diesem Sinne kann ich diesen Fehler vermeiden.

Aber was tun, wenn die alte Methode nicht funktioniert? Na, ich brauch ne neue, bin ja auch ein anderer Mensch. Also heißt es jetzt für mich rausfinden ob ich diesen Grund noch brauche um mein Herz zu heilen und ihm sagen kann, dass alles gut wird. Ich will nicht schon wieder sagen, dass das schwierig ist, das sage ich viel zu oft. Als Affirmation sollte ich mir das wirklich nicht setzen. Deswegen werde ich jetzt wieder etwas aufräumen müssen in meiner inneren Welt. Es wird Zeit weiterzugehen.

Eine Weile dachte ich, dass die Trennung zu den Menschen hier in Berlin ein Hindernis wird, aber mittlerweile denke ich, dass die unerfüllte Liebe in meinem Leben doch ein größeres Handicap ist als ich dachte. Man kann sich jetzt hier auch selbstkasteien und sagen „First World Problems“ aber ich werde das heute nicht tun, denn das Problem muss weg, so „sinnfrei“ es auch für den ein oder anderen sein mag.

Am Ende noch ein paar Worte für mein verletztes Herz.

Hey Herz, es ist okay, wenn du jetzt traurig bist. Es ist okay, wenn du jetzt nicht mehr magst. Genauso darfst du dir irgendwie Hoffnungen machen. Doch eins solltest du wissen, irgendwann kommt ein Mensch, der nicht ich bin, der dich nimmt und dir genau das gibt was ich dir gebe. Liebe. Herz, es gibt so viel was du wahrscheinlich noch erleben wirst, das dir vermutlich auch weh tut, aber denke immer daran: Ich werde dich nie fallen lassen. (Im wahrsten Sinne des Wortes)
Du bist ein starkes und wundervolles Herz mit ganz viel Liebe, also scheu dich nicht sie zu verschenken. Auch wenn sie nicht jeder will, du bekommst alles wieder, eine Frage der Zeit. Und wie du weißt, die Zeit heilt alle Wunden, also auch diese. In deinen Augen mag sie riesig sein, doch in ein paar Wochen wird sie es nicht mehr sein, sie fängt an zu heilen.

Denn ich bin es leid zu bereuen zu lieben und geliebt zu haben!

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