Lauf nicht weg

Kennst du diese Träume in denen du rennst und rennst und rennst und rennst und rennst. Schlussendlich kommst du nirgendwo an. Du drehst dich während des Laufen immer wieder um und rennst um dein Leben. Deine Beine schmerzen schon und dein Hals brennt. Doch das einzige was du denkst ist: „Renn, renn um dein Leben!“.

Wenn ich jemals so einen Traum hatte habe ich ihn wohlweislich verdrängt. Doch ich kann mir vorstellen wie man sich fühlt wenn man sowas geträumt hat und am nächsten Tag dauernd das Gefühl hat schlafen zu wollen. Einfach in sich zusammensacken und für den Rest des Tages berieseln lassen, von irgendwem der eben grade da ist. Nur nicht alleine sein.

In den letzten Tagen habe ich mit der Herausforderung des Rad Fahrens zu tun, aber das macht mir mehr Spaß als alles andere im Moment. Abgesehen davon und vom Schreiben sowie Aufzeichnen für den Podcast gibt es grade nichts wirklich was mich mitreißt. Seit Tagen bin ich unglaublich müde, habe kaum Kraft und möchte einfach nur in mein Bett. (Gibt es sowas wie Sommerdepression?)

In mir herrscht dieses Gefühl, dass ich weglaufe, doch ich kann nicht erkennen wovor. Immer wieder höre ich in mich hinein und versuche herauszuhören was da ist. Liebes Unterbewusstsein, was beschäftigt dich so stark, dass du so hart arbeitest? Kann ich dir irgendwie helfen?

Ab und an habe ich Idee woran es liegt. Vielleicht an der Tatsache, dass ich grade kein neues Ziel habe, vielleicht aber auch, dass ich mit der Bedingungslosigkeit der Liebe grade überhaupt nicht zurecht komme. Traurig muss ich feststellen, dass diese Art von Liebe glaube ich die erfüllendste sowie die schmerzhafteste ist. Bei meinen Eltern ist meine Liebe auf jeden Fall bedingungslos und bei meiner Schwester habe ich da anscheinend Zweifel. Der Fakt, dass ich sie liebe ist nicht verhandelbar aber die Frage stellt sich, ob sie bedingungslos ist.

Doch was bedeutet bedingungslos zu lieben?

(Sorry, aber ich sitze hier grad heulend und will eigentlich nur ins Bett, aber ich will das auf der anderen Seite festhalten – Entschuldigung an mich selbst)
Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht wie ich all das was dazugehört formulieren soll. Also verzeih wenn du hier irgendwo zwischendurch den Faden verlierst.

Also, bedingungslose Liebe:
Sie darf jedem Menschen gegenüber empfunden werden, ohne die Verbindung zu einer Erwartung oder einer Bedingung. Ich selbst bin zwar der wichtigste Mensch auf der Welt, für mich, aber wenn ich bedingungslos liebe, liebe ich den anderen und stelle ihn vor mich. All die Entscheidungen die er tut nehme ich ohne eine Bitte um Nachsicht auf mich an und sage immer noch aus vollem Herzen: Ich liebe dich!. Sollte die Entscheidung sein, dass der Mensch dich verlässt, sei es für immer oder nur temporär, ist bedingungslose Liebe ihm „Lebe wohl“ zu sagen und ihn weiterhin im Herz mit sich zu nehmen. Ihm alles Gute zu wünschen und alles Glück. 

Einen Tag später erzählte ich einem Freund von meinen Gedanken. Der erwiderte, dass er das Verhalten ziemlich unklug finde und das als Versuch ihn wieder für mich zu gewinnen sah. Somit dachte ich nochmal nach. In meinem Kopf poppte wieder die Frage auf, warum wünsch ich mir das er glücklich ist? Möchte ich ihn vielleicht eifersüchtig machen, indem ich ihm zeige, dass ich keinerlei Reue verspüre? Will ich ihm zeigen, dass er nicht mein Glück ist und ich ohne ihn besser dran bin? Und noch viele andere Fragen in diese Richtung türmten sich in meinem grauen Matsch.

Schlussendlich muss ich sagen: NEIN, ich will ihn nicht auf diese Weise zurück. Ich möchte den Freund den ich hatte wieder und den bekomm ich wahrscheinlich. Aber die Frage sollte nicht lauten, warum will ich ihn wieder sondern: Ist es wichtig jemanden wie ihn wieder zu haben? Jemand der mir wehtat und mich für selbstverständlich hält. 

Auch wenn ich keinen hohen Stellenwert habe und nicht ansatzweise das für ihn bin was er für mich war möchte ich nichts Schlechtes. Ja, ich hasse selten Menschen, besonders wenn ich sie gern hatte und sie mich vllt nicht richtig behandelt haben. Komische Angewohnheit aber ich bin ein Herzmensch. Und ich möchte wirklich dass es jedem gut geht, natürlich auch den schlechten Menschen und den Menschen die ich auf die Haut nicht leiden kann.

Für mich ist jetzt wichtig nicht mehr vor meinen Gedanken und Gefühlen davonzulaufen. Ich merkte gestern, dass ich viel leugne. Gestehe mir meine Gefühle zu spät ein, weigere mich einzusehen dass ich noch nicht über etwas hinweg bin und gebe nicht zu, dass es mir weh tut. All das wurde mir gestern klar. Und zu meinem Erstaunen wurde es eifacher als ich es mir eingestand und stark blieb. (Sorry an den Blitzableiter, den ich mitbrachte um mich zu unterstützen)

Am Ende war ich mutig, gestand mir meine Gedanken ein und war stark. Besser hätte ich es nicht machen können, auch wenn ich sehr viel Überwindung haben musste und endlich wieder ehrlich zu mir sein musste.

Ehrlichkeit ist schwer, besonders zu einem selbst also, verzeih mir Gloria, ich gebe mein Bestes. 

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