Alte Frau

Nach meinem gestrigen Live war ich aufgeladen, aufgeladen mit so viel Energie und Freude an dem was ich tue. Das Gefühl kennt nicht jeder und es gibt so viele die nicht das tun was sie lieben. Und heute sitze ich auf meinem Bürostuhl und höre „Geboren um zu Leben“ von Unheilig und denke mir einfach nur:

Scheiße Mann, warum warten so viele Menschen auf ein Wunder?

Ich schreibe unglaublich gern für meinen Blog, auch wenn ich ab und zu eine kleine Schreibblockade habe. Genauso zeichne ich unglaublich gerne Töne auf, es ist mega lustig mich dabei zu beobachten. Wenn ich einmal diese kleine Grenze von „ich-komme-mir-komisch-vor“ überschritten habe ist alles gut, die Worte wollen einfach raus. Bei meinen Lives, die ich auf Instagram abhalte, ist es ähnlich, doch dort nimmt mir die Aktivität von den Zuschauern diese Grenze weg und ich laber einfach drauf los.

Wenn ich so drüber nachdenke, es gibt so viele Menschen, die solche Erfahrungen nie machen. Sie sterben ohne je das Gefühl gehabt zu haben das getan zu haben was sie in dem Leben immer tun wollten. Sie kommen mit Ausreden und geben sich keine Chance es überhaupt zu lernen. Denn das ist die schwierigste Stelle die wir alle überschreiten müssen.

Die weit verbreitete Ausrede: Dafür bin ich doch schon zu alt. Genauso hör ich öfter, aber ich bin noch zu jung dafür. In diesen beiden Sätzen liegt so viel „Ich kann das nicht“. Wir schieben unser Alter vor etwas, das gar nichts damit zu tun hat – unsere Angst zu Scheitern. Ohne Witz, wenn du mit 65 noch Tango lernen willst, beweg deinen Arsch zum Kurs und lern es. Du bist nicht zu alt!

Auch gestern wieder habe ich über diese Ausrede nachgedacht und mich auch über die andere Seite etwas mit einer Freundin ausgetauscht. In der heutigen Gesellschaft gibt es zwei Seiten dieser kuriosen Ausrede. Die eine Seite findet immer einen Weg zu sagen, dass etwas nicht geht und chillt ihr Leben. Doch dann gibt es das andere Extrem, wo die Leute die meinen sie müssen husteln bis sie tot umfallen. Alle die nicht husteln schreckliche faule Menschen, denn die sind ja dumm ihre Zeit zu verschenken. Eine Charaktereigenschaft die mich meinen Würgreiz nur sehr schwer zurückhalten lässt.

Um eins klar zustellen, beide Seiten haben Vorteile aber auch jede Menge Nachteile. Deswegen ist es doch so schwierig eine gute Balance zwischen denen zu finden. Ich für meinen Teil schwanke auch immer wieder hin und her. Aber ich weiß wie es sich anfühlt wenn ich das mache was ich liebe. Deswegen komme ich immer wieder aus dem einen Extrem raus, wenn ich merke, wenn ich mich kaputt mache oder zu viel chille.

Worauf will ich hinaus? Momentan gibt is in meinem Leben eine Phase in der ich von einer Müdigkeit übermannt bin. Sie lässt mich kaum vernünftig denken und ich habe echt zu tun wach zu bleiben. Nicht weil ich zu viel mache oder einfach zu viel chille, nein, weil ich grade anscheinend unterbewusst einiges zu klären habe und das raubt Energie. Doch diese Energie ist da wenn ich Lives mache, wenn ich aufzeichne und schreibe. Natürlich werden meine Lider auch dabei schwer und ich habe das Bedürfnis zu schlafen aber wenn ich fertig bin will ich weitermachen.

So ist das wenn man Spaß hat. Dann läuft es. Und zwar nicht rückwärts und bergab.

Gut, zurück zum Thema Alter. Ich stehe kurz vor meinem 22. Geburtstag und habe mir in den letzten Tagen einige Gedanken gemacht. Sei es weil ich mehr erreicht haben wollte oder andere darüber nachdenken, dass sie ja jetzt schon über 30 sind und eigentlich nicht mehr in einer Trennungsphase sein wollten/sollten. Das Ganze Drama um „Ich bin Anfang 20 und du Anfang 30/40/50“ ist mir ein bisschen zu Kopf gestiegen und ich will eigentlich nur gedankenlos auf einer Schaukel sitzen und schaukeln. Auch der Wunsch mich wie eine Fledermaus an eine dieser Klettergerüste zu hängen zeigte mir mal wieder, dass ich immer noch Bereiche in meinem Leben habe in denen ich mich limitiere.

Nach wie vor mache ich mir anscheinend sehr viele Gedanken darüber wie es in unserer Gesellschaft zu laufen hat. Als 22-Jährige hat man nicht alleine auf einer Schaukel auf einem Spielplatz zu sein, genauso ist es sehr kindisch noch Kuscheltiere zu besitzen und mit ihnen zu kuscheln. So ein Mist, ich habe vergessen, dass ich immer wieder ein Kind sein will und es dann in die Ecke stelle. Ohne Witz, manchmal verhalte ich mich wie die Gesellschaft. Dabei will ich diese Gesellschaft nicht sein, ich will kein „Du bist zu alt dafür“. Mir doch egal, ich geh jetzt schaukeln und meine Kuscheltiere kommen mit. Basta!

Hiermit verabschiede ich mich in einen Urlaub, da ich eine Pause brauche. Mein Körper schreit quasi: „Gloria, mach bitte eine Pause!“. Deswegen wir sehen uns dann, hab eine schöne Zeit.

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