Mal was Neues

Micro steht.
Aufnahmeprogramm läuft.
Wassergläser sind gefüllt.
Und der Gast ist bereit.

Mein erstes Interview für meinen Podcast.

Ich bin aufgeregt, normal, ist ja was Neues. Natürlich mach ich mir Gedanken darüber wie ich die Fragen stelle. Was ich für Fragen stelle und welchen Eindruck hinterlasse. Das Übliche „Was-ist-wenn-ich-verkacke“-Denken. Wir alle haben das irgendwo.

Naja, da ich mich ja jetzt schon ne Weile kenne und weiß, wie gerne ich überdramatisiere, muss ich gestehen, dass ich im Vorfeld schon wusste, dass ich das schaffe. In meine Kopf ist einfach noch immer das alte Muster am laufen, aber das neue fängt an dieses zu überspielen. Irgendwie funny, ist wie so ne VHS-Kassette.

Okay, nun aber zum wesentlichen. Ben, meine Podcastgast klingelte also und ich war aus dem Häuschen. Doch als ich mal anfing zu labern war es dann besser. Für mich ist es immer eine Erleichterung zu reden. Mag für den ein oder anderen eingebildet sein, aber ich bin eben ein Mensch der sich vorher um Kopf und Kragen redet, damit die Nervosität wegfällt. Nachdem ich auf den Aufnahmebutton geklickt hatte und ich Ben in meinem Podcast willkommen hieß war alles vergesse. Sogar der Fakt, dass wir nicht alleine in meiner Wohnung saßen sondern Lina noch daneben saß.

Im Laufe des Interviews sortierte ich gedanklich meine Fragen die ich parat hatte um und verlor sogar den Faden. Aber alles halb so wild und ich war auch einfach ich selbst. (Kurze Anmerkung, ja ich habe auch mehrere Gesichter, aber das bin trotzdem ich)

Das Thema? Ach, ja das war Liebe und Sexualität. Etwas worüber eigentlich mehr die Frauen sprechen, deswegen wählte ich Ben. Es ist selten, dass sich ein Mann so offen mit diesen Themen beschäftigt.

Was habe ich eigentlich damit bezweckt, dass ich jemanden in meinen Podcast eingeladen habe? Im Großen und Ganzen will ich mich weiterentwickeln und meinen Podcast an noch mehr Leute bringen, das ist nunmal mit Gästen und anderen Ansichten viel einfacher umzusetzen. Denn wie sollte man sich sonst weiterentwickeln, wenn man sich nicht mal die Meinung anderer anhört und versucht diese zu verstehen. Das heißt nicht, dass man sie annehmen muss, mehr akzeptieren und respektieren.

Der ganze Schritt mich für Interviews zu entscheiden war einfach. Wenn wir uns aber die Umsetzung ansehen etwas schwieriger für mich. Aus einem Boost heraus schrieb ich die ersten beiden an, okay, es waren Memos und ich tat mir so auch leichter. Es folgten dann noch weitere Nachrichten und sogar auch zwei weitere Zusagen, abgesehen von Ben. Stolz wie Bolle erzählte ich es meiner Schwester, meinem Vater und allen die noch so da waren. Als ich dann einen fixen Termin mit Ben hatte war ich echt hyped. Wie ein Flummi sprang ich durch die Gegend und schrieb noch mehr interessante Menschen an.

Natürlich muss man mit „Rückschlägen“ rechnen, denn nicht jeder wird antworten oder einfach Ja sagen. Das war mir anfangs klar und so dachte ich mir, bei den Menschen, die einfach nicht antworteten obwohl sie meine Nachricht bekommen haben, „Sollte eben nicht sein, aber das ist okay“. Kein Groll oder Wut, denn das hätte nichts an der Situation geändert und wär auch eher der Rückschlag gewesen. Wir machen unsere Erfahrungen immer nur selbst zu Rückschlägen.

Auch wenn ich am Anfang stehe und erst ein Interview hinter mir habe, muss ich sagen, dass das Spaß macht. Allein das Ganze aufbauen, auf den Button klicken und den Menschen zu begrüßen ist klasse. Noch nie habe ich mich trotz der Nervosität so wohl gefühlt. (Maybe ein Zeichen, dass ich wirklich das tue was ich gern mache?)

Also mein Freund der Sonne, es ist Sonntag und morgen startet eine neue Woche. Schon mal dran gedacht mal was Neues auszuprobieren? 

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