Wo bin ich?

In den letzten Wochen habe ich langsam etwas in mein Leben gelassen, das mir nun ziemlich weh tut. 

Leere

Alles was ich tat und wie ich fühlte war von einer schweren Leere begleitet. Meine Instagram-Posts, die Blogbeiträge, meine Podcastfolgen die ich aufnahm. Die Gespräche die ich führte gaben mir ein bisschen Fülle und dann kroch die Leere wieder auf mich zu. Still und leide merkte ich nicht, wie sehr ich meine Ziele und Träume verlor. Erst als ich merkte, dass ich nicht mehr träume, nicht mehr weiß wie ich schlafen soll und was ich empfinden soll, ging mir das Licht auf.

Als ich mit einem Haufen Manga auf dem Arm im Mangaladen stand wurde mir etwas klar. Das Gefühl, das ich hier habe wenn ich Manga aus dem Regal nehme und freudig anfange zu lesen fehlt gerade in meinem Leben. Es fehlt einfach.

Ich bin krankgeschrieben. Und das zum ersten Mal in meinem Leben wirklich gern und mit Freude. So sollte sowas nicht sein. Niemand sollte sich freuen krank zu sein. KEINER!!

Deswegen überlegte ich warum es eigentlich so weit kam. Immer mehr schrieb ich innerlich auf eine Liste und komme zu dem Schluss, dass wirklich nichts, aber auch gar nichts für meine derzeitige Arbeit spricht. Weder meine körperliche Reaktion auf all die Aktionen noch die seelische. Da ich der Überzeugung bin, dass Menschen seelisch mehr aushalten als körperlich, hätte ich wahrscheinlich noch eine Weile so weiter gemacht. Aber da mein Körper leider streikt und ich nicht mal richtig schlafen konnte, war da kein Ausweg mehr. Langsam aber stetig fing ich an zum Stillstand zu kommen und genau das wollte ich nie.

Jetzt habe ich zwei Wochen Zeit mich wieder zu erholen. Mein Körper sowie meine Seele brauchen Streicheleinheiten und die sollen sie bekommen. Denn es gibt so viele Dinge die ich liebe und die kann ich nicht tun, wenn es da etwas gibt, das mich kaputt macht. Eine Verantwortung die ich nicht nutzen kann, weil es eine Täuschung ist. Das ist einer der schlimmsten Energieräuber für mich. Da mag ich hart im nehmen sein, aber sowas halte ich auf Dauer nicht aus.

In meinen Inhalten war wenig Inhalt, für mich. Immer mehr artete es für mich in einen Kummerfalten und Jammerlappeninhalt aus. Jedoch wollte ich immer etwas positives und starkes in die Welt senden. Natürlich weiß ich, dass jeder mal schlechte Tage hat und wir alle unsere Pausen brauchen, trotzdem war das bei mir im letzten Monat wenig der Fall. Je länger ich den Fokus verlor, weniger auf mich und meinen Körper achtete wurde mein Inhalt wahlloses Geschwafel, das ich für einigermaßen angemessen hielt. Was es aber einfach nicht war. Einfach nur unangemessen.

Alleine und nur mit meinen negativen Gedanken verlor ich mich immer mehr in einer Spirale nach unten. Jeder weiß, Spiralen nehmen kein Ende, die drehen sich immer weiter. Es sei denn man ändert die Richtung. Doch genau das ist eben nicht einfach. Überhaupt nicht einfach, besonders nicht wenn man den Ärger und Stress anderer austrägt.

Für viele mag ich stark und sehr selbstständig wirken. Damit qualifiziere ich mich leider auch immer wieder für sehr viele Menschen als emotionale Müllkippe. Mein Wesen ist darauf ausgelegt irgendwie Beistand zu leisten und einfach da zu sein für die Menschen. Doch ebenso vergisst es bei sogenannten Verpflichtungen wo es aufhört. In einem Angestelltenverhältnis passiert sowas bei mir immer irgendwann, auch wenn ich mich wehre. Irgendwann schmeiße ich das HAndtuch, weil ich doch einen weichen Kern habe. Dann kommen Dramen, Stress und Egoismus. Die drei, such dir die Reihenfolge aus, kommen auf mich zu und knallen mir alles hin was sie haben. Somit kann ich meinen weichen Kern, der unglaublich sensibel ist gleich mal in den Sarg legen.

Auf der Beerdigung spreche ich dann davon wie tapfer er war und heul mir die Augen aus meinem Kopf. Argh… 

Jedes Mal ist das Gleiche und ich falle immer wieder drauf rein. Warum? Wo bin ich hier gelandet? Welches Muster ist das? Wieso gebe ich meinen Kern immer so frei? Bin ich wirklich so rücksichtslos mirgegenüber? Wo ist meine Selbstliebe? Ist die Krankschreibung auch Selbstliebe? Habe ich diesmal früher die Bremse angezogen? Habe ich je was aus den anderen Malen gelernt?

Das mit der Leere in mir, ist so eine Sache. Ab und zu habe ich das Gefühl, sie sei ein Teil von mir und ist nötig. Dann kommt es mir wieder so vor als sei sie unglaublich unnötig. Auf jeden Fall bin ich mir in einem Punkt sicher:

SO wie es JETZT ist will ich auf keinen Fall leben. Nicht heute, nicht morgen und nicht übermorgen. Ich habe es verdient glücklich zu sein und bin es mehr als wert Fülle in mein Leben zu lassen.

Seit einigen Tagen habe ich die Gedanken im Kopf, endlich wieder wie vor einem Jahr richtig das zu teilen was wichtig für mich ist. Und das war niemals das Jammern und der Kummer. Denn genau aus diesem Grund habe ich vor einem Jahr angefangen zu Schreiben. Angefangen an MIR zu arbeiten und ich bin so weit gekommen, da kann ich doch nicht einfach so aufhören. Das kommt mir nicht in die Tüte.

Deswegen wird erstmal aussortiert und angefangen wird mit der Leere. Die fliegt als erstes raus. Bye Bye…

Ich bin im Jetzt.

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